Super, dass es in der Nacht auf 14. Juni sternenklar war. Der Vollmond war deshalb so groß, weil er auf seiner elliptischen Bahn um die Erde den nächsten Punkt zu uns erreicht hat. Das nennt man das „Perigäum“. Dabei ist er nur etwa 357.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 50.000 Kilometer weniger als am erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn.

Die Elterntiere auf dem Mühlhofer Schornstein im Vollmond.
Die Elterntiere auf dem Mühlhofer Schornstein im Vollmond. Bild: Jäckle, Reiner

Soweit zur Mondkunde. Der Mann, der mit dem Fotoapparat unterwegs war, war ich. Direkt nach dem Sieg der deutschen Fußballer gegen Italien ging ich raus und wollte die Störche in Mühlhofen auf dem Schornstein ablichten, wenn sie direkt vor dem Vollmond stehen.

Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen.
Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen. Bild: Jäckle, Reiner

Dummerweise war ich etwa fünf Minuten zu spät, denn der Vollmond war schon etwas zu weit gewandert. Ein Haus versperrte bereits den Blick auf die Störche vor dem hell leuchtenden Vollmond.

Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen.
Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen. Bild: Jäckle, Reiner

Also hieß es warten, warten, warten. Ich versuchte die Stelle zu suchen, wo die Störche das nächste Mal vor dem Vollmond zu sehen sein werden. In der Zwischenzeit machte ich Langzeitaufnahmen der Störche.

Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik aufgenommen mit Langzeitbelichtung.
Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik aufgenommen mit Langzeitbelichtung. Bild: Jäckle, Reiner

Ich wusste, dass es zwei kleine Küken gibt, die bereits aufstehen, doch nachts liegen sie im Horst. Die Elterntiere stehen daneben und waren so gut zu sehen.

Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen.
Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen. Bild: Jäckle, Reiner

Es wurde 1 Uhr, doch der Mond war noch weit weg. Um 2 Uhr näherte er sich schon mehr. Und kurz vor 2.30 Uhr stand er dann perfekt für die Bilder, auf die ich mittlerweile mehr als drei Stunden wartete: die Störche vor dem Vollmond. Ich versuche verschiedene Einstellungen in den Kasten zu bekommen.

Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen.
Das Storchenpaar auf dem Mühlhofer Schornstein der Alten Fabrik mit seinen beiden Küken konnten bei Vollmond ganz offensichtlich auch nicht schlafen. Bild: Jäckle, Reiner

Die wachenden Elterntiere waren bereits gut getroffen. Dann passierte es: Mitten in der Nacht stand eines der Jungtiere auf, machte mit einem Elterntier Flugübungen. Gemeinsam flatterten sie direkt vor dem Vollmond.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, denn kurz zuvor dachte ich noch, dass es doch super wäre, wenn man die Jungtiere auch noch sehen könnte. Und dann das. Es sind Momente für die Ewigkeit, die so sicher nicht wiederkommen.