Die Situation der Mittelblocker beim TSV Mimmenhausen spiegelte die personelle Situation beim Volleyball-Zweitligisten vor dem Spiel gegen den VC Dresden am Sonntag wider: Alle vier Mittelblocker waren in den vergangenen zwei Wochen Corona positiv. Zwei davon haben es gerade noch rechtzeitig geschafft, zum Spiel wenigstens auflaufbereit zu sein. Allerdings gingen sie komplett ohne Training in das schwierige Spiel. Dafür lief es bei den Gastgebern zunächst überraschend gut.

Riesenjubel nach dem Tie-Break-Sieg gegen Dresden: Das Team des TSV Mimmenhausen vor dem Fanclub „Black Wall“.
Riesenjubel nach dem Tie-Break-Sieg gegen Dresden: Das Team des TSV Mimmenhausen vor dem Fanclub „Black Wall“. Bild: Jäckle, Reiner

Im ersten Satz startete der TSV gut und erspielte sich schnell eine 8:5-Führung. Dass Dresden hervorragend über die schnelle Mitte spielen kann, ist kein Geheimnis. Doch genau diese Angriffe wurden vom Block immer wieder entschärft. Die Hausherren ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und gingen 25:21 in Führung.

Im zweiten Durchgang war es der Mimmenhausener Tim Frings, der mit einer beeindruckenden Aufschlagserie von sieben Punkten zum 11:3 sein Team auf die Siegerstraße brachte. Die Gäste kämpften aber weiter und kamen noch bis auf 20:25 heran.

Bei diesem Dresdner Kurzangriff durch Christian Heymann kommen die Mimmenhausener Tobias Streibl (Mitte) und Lukas AlexanderOtt (rechts) mit dem Block zu spät.
Bei diesem Dresdner Kurzangriff durch Christian Heymann kommen die Mimmenhausener Tobias Streibl (Mitte) und Lukas AlexanderOtt (rechts) mit dem Block zu spät. Bild: Jäckle, Reiner

Trainingsrückstand

In Satz drei machte sich dann der eklatante Trainingsrückstand des TSV bemerkbar. Immer mehr Spielern war die Anstrengung deutlich anzumerken. Vor allem über die Mitte kamen die Dresdner immer häufiger durch. Dennoch verlief der dritte Satz sehr ausgeglichen. Beim 24:23 hatte Mimmenhausen sogar Matchball. Doch Dresden behielt die Nerven, verkürzte schließlich mit 28:26. Der vierte Satz war dann eine klare Angelegenheit für die Gäste. Mit 25:13 schafften sie den Ausgleich. Der Tie Break musste entscheiden.

Christian Pampel (links) und Bogdan Birkenberg (Zweiter von links) blocken hier für den STV Mimmenhausen. Im Angriff ist Paul Schneider vom VC Dresden.
Christian Pampel (links) und Bogdan Birkenberg (Zweiter von links) blocken hier für den STV Mimmenhausen. Im Angriff ist Paul Schneider vom VC Dresden. Bild: Jäckle, Reiner

Im entscheidenden Durchgang führte Dresden bereits mit 8:5. Doch der TSV ließ sich auch aufgrund der lautstarken Anfeuerung des Fanclubs „Black Wall“ nicht hängen und kämpfte sich zurück. Dresden hatte dann aber dennoch den ersten Matchball beim 14:13. Dieser wurde nicht nur abgewehrt, sondern umgedreht.

Beim Stand von 17:16 für den TSV ging Christian Pampel an die Linie und servierte mit einem druckvollen Aufschlag zum Sieg. Selbst der Jubel fiel bei den Gastgebern nach dem kräfteraubenden Spiel nicht ganz so ausgelassen aus wie sonst. Tim Frings, der beim TSV den ausgefallenen Leistungsträger Jonas Hoffmann ersetzte, wurde schließlich zum wertvollsten Spieler gewählt.

Zuspieler Federica Cipollone vom TSV Mimmenhausen in Aktion im Spiel gegen den VC Dresden.
Zuspieler Federica Cipollone vom TSV Mimmenhausen in Aktion im Spiel gegen den VC Dresden. Bild: Jäckle, Reiner

Zufriedener TSV

„Man kann die Leistung gar nicht hoch genug einstufen“, sagte ein völlig erschöpfter Spielertrainer Christian Pampel nach dem Sieg. „Der Trainingsrückstand war ab dem dritten Satz nicht zu übersehen.“ Umso erstaunlicher war es, wie sich die Mimmenhausener im fünften Satz dann noch einmal steigerten und wenigstens zwei Punkte sicherten. „Wir haben einfach aufgrund der aktuellen Situation keine Optionen von der Bank gehabt“, so Christian Pampel. „Mit den beiden Punkten können wir sehr gut leben.“