Schweren Herzens haben viele Fastnachtsvereine und Zünfte im Schwarzwald-Baar-Kreis geplante Umzüge, Bälle und auch Jubiläumsfeiern absagen müssen. Für offizielle Veranstaltungen ist der Aufwand für Hygienekonzepte, allgemeine Kontrollen und auch das Haftungsrisiko zu groß. Um ein positives Signal zu senden, hängen in VS die Fasnetfähnele wieder – und die Donaueschinger Narrenzunft Frohsinn hat die Innenstadt mit Fanetsbendel über den Straßen verschönert.

Wie viele Narren Ende Februar in Eigeninitiative verkleidet durch die Straßen der Doppelstadt oder anderer Gemeinden ziehen werden, bleibt abzuwarten. Nach jetzigem Stand werden Gaststätten geöffnet haben. Vielleicht werden auch Vereine oder Zünfte noch kurzfristige Angebote zur Bewirtung organisieren können – unter Einhaltung der aktuellen Corona-Verordnung. Unkontrollierbare Massenaufläufe gilt es zu vermeiden.

Kleinere Veranstaltungen

Die Landesregierung hatte mit der erneuten Absage von traditionellen Fastnachtsumzügen zunächst für Verärgerung bei vielen Narren gesorgt. Nun erläuterte sie in einem Schreiben Bedingungen, innerhalb derer Fastnachtsveranstaltungen im Rahmen der aktuellen Alarmstufe I möglich sein könnten (Redaktionsschluss 3. Februar). Unter anderem würde sowohl im Freien als auch in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht gelten, auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz – Ausnahmen wie Essen inbegriffen. Hygienekonzept und Zugangsbeschränkungen seien streng zu kontrollieren. Umzuge bleiben wegen der Gefahr der „Durchmischung“ aber weiterhin untersagt.

Dass zumindest kleinere Veranstaltungen stattfinden könnten, begrüßt Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Was tatsächlich noch umsetzbar sei, müssten die Vereine nun jeweils vor Ort prüfen.

Die Zuggesellschaft Villingen hatte gemeinsam mit der Narrenzunft Schwenningen und dem Narrenverein Ziegel-Buben Schwenningen die organisierten Umzüge abgesagt. Dazu zählen die beiden Kinderumzüge, der Große Umzug der Narrenzunft Schwenningen, die Mentig-Umzüge in Villingen und der Große Umzug der Zuggesellschaft Villingen am Dienstag. Diese hat trotz der Einschränkungen ein Abzeichen für die Fasnet 2022 in reduzierter Auflage erstellt – das Motiv würdigt das 150-jährige Jubiläum der Katzenmusik Villingen. Es ist für fünf Euro u.a. bei der Tourist-Info Villingen, in der Buchhaltestelle, bei Wäsche Schilling, Hügel Lederwaren und über die Villinger Fasnet-Vereine erhältlich. „Wir haben uns aber dazu entschieden, unser Festwochenende auf den 14. und 15. Januar 2023 zu verschieben“, erklären Vorstand und Jubiläumskomitee der Katzenmusik Villingen. Das Abzeichen behalte seine Gültigkeit bis 2023, aber die Kosten müssten bereits jetzt ausgeglichen werden.

Die Fastnacht muss in Zeiten der Corona-Pandemie neue Wege gehen. Generalversammlungen wurden auf das Frühjahr verschoben. Einige Zünfte bieten Online-Veranstaltungen an, wie die Villinger Hexen (19.2.) oder die Historische Narrozunft am Samstag, 12. Februar (Infos unter www.narrozunft.de). Auch mit Besuchen der Ausstellungen im Villinger Franziskanermuseum oder Bad Dürrheimer Narrenschopf kann man sich auf die fünfte Jahreszeit einstimmen. Am 5. Februar wartet laut Henry Greif auf die Freunde der Villinger Fasnet ein besonderer, zweistündiger Spaziergang. Start ab 18 Uhr am Narrobrunnen (2G plus und FFP2-Maskenpflicht). Karten für 10 Euro bei „Schilling Wäsche&Mehr“. (cse)

STAZ Serie

Lesen Sie auch Teil 2 unserer Fastnachts-Serie unter: https://wochenzeitungen.sk-one.de/staz/lokales/

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