In sozialen Netzwerken, auf Dating- oder Shopping-Portalen und zunehmend in Messenger-Diensten lauern Betrugsfallen auf arglose Nutzer. Die Täter greifen ungeschützte Accounts an, bieten minderwertige Ware an, setzen mit schockierenden Geschichten unter Druck oder täuschen die große Liebe vor. „Sie agieren meist sehr professionell“, sagt Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Länder.

Ebay-Fakeseite

Mit einer besonders perfiden Betrugsmasche haben Unbekannte am vergangenen Montag gegen 12 Uhr eine junge Frau in Königsfeld über den Tisch gezogen. Eine 21-Jährige wollte auf dem Verkaufsportal Ebay-Kleinanzeigen Ware verkaufen und erhielt auf ihrem Handy eine Textnachricht eines vermeintlichen Interessenten. „Er schickte einen Link, hinter dem sich eine gefälschte, der Ebay-Bezahlseite täuschend ähnlich sehende Seite verbarg“, erklärt Polizeisprecher Jörg-Dieter Kluge. Die junge Frau gab die angeforderten Daten ihrer Kreditkarte auf der Seite ein, bemerkte jedoch den Betrug und sperrte sofort ihre Kreditkarte. Ob es zu einem Vermögensschaden kam, steht bislang noch nicht fest. „Wurde Geld abgebucht oder überwiesen ist es oftmals schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, die Zahlung zurückzurufen,“ sagt Kluge.

Betrugsmasche über Messenger

Eine 65-jährige Donaueschingerin ist am vergangenen Dienstag einer neuen Betrugsmasche über einen Messenger-Dienst zum Opfer gefallen. Sie erhielt über den Dienst eine Nachricht eines Betrügers, der sich als ihre Tochter ausgab und um Überweisung eines Geldbetrages bat. Die unbekannte Nummer begründete die angebliche Tochter damit, dass sie ihr altes Handy verloren habe. Die Angeschriebene fiel zunächst auf die Masche herein und überwies einen vierstelligen Geldbetrag. Als diese kurz darauf eine zweite Summe anforderte, ahnte die Frau den Schwindel. Sie konnte gerade noch rechtzeitig die Ausführung der ersten Überweisung stoppen.

Ähnlich erging es einer 66-jährigen Gütenbacherin am vergangenen Sonntag, aber mit Schadensfall. Ein Betrüger gab sich in einer Textnachricht als ihr Enkel mit neuer Handynummer aus und bat um eine Geldüberweisung, um Rechnungen zu bezahlen. „So gelang es ihm, die arglose Frau zu mehreren Überweisungen in Höhe eines vierstelligen Gesamtbetrags zu bringen“, sagt Polizeisprecher Kluge.

Sich vor Betrügern schützen

„Wer im Internet unterwegs ist, muss unbedingt an den Schutz persönlicher Daten und sichere Passwörter denken und wirksame Vorsorge treffen“, ergänzt Stefanie Hinz. Ein wichtiger Punkt zum Schutz vor Online-Betrug ist auch eine gesunde Portion Misstrauen. Tipps zur Prävention unter: www.polizei-beratung.de.