Unmengen von Sahara-Staub überziehen derzeit Europa – und auch den Südwesten des Bundeslandes. Vom Schwarzwald bis zum Bodensee sieht man überall den Himmel in fast blutigem Orange gefärbt, das eine düstere Stimmung verbreitet. Und dieses wiederkehrende Wetterphänomen fällt dieses Jahr besonders stark aus, wie der Deutsche Wetterdienst berichtet. An manchen Orten legt sich der Staub auf den Straßen, auf Autos und am Boden ab. Die Luft erscheint auch bei wolkenfreiem Himmel sehr milchig.

Der Himmel über Villingen-Schwenningen.
Der Himmel über Villingen-Schwenningen. Bild: privat

Das Phänomen heißt in Spanien „Blutregen“, weil es meist mit Niederschlägen einhergeht. Dieses Mal meist ohne Regen hat ein Tiefdruckgebiet Winde verursacht, die den Wüstenstaub bis nach Europa transportieren.

Gefährlich für die Gesundheit?

Wenn die Qualität der Luft aufgrund von Staub sehr schlecht wird, soll man Aktivitäten im Freien eher vermeiden. Vor allem ältere Menschen, Kleinkinder oder bei Herz- und Atemerkrankungen.

Laut Allergologen ist der Saharastaub dennoch nicht unmittelbar gefährdend für die Gesundheit, auch nicht für Allergiker. Die einzelnen Partikel, mit mineralischer Zusammensetzung, sind laut Deutschem Wetterdienst mit einer Größe von gerade mal 0,1 bis zehn Nanometer dafür zu klein.

Video: Salzmann-Eltermann, Claudia

Staub kann hilfreich sein

Saharastaub diene auch guten Zwecken – er dünge unter anderem den südamerikanischen Urwald sowie die Ozeane und überforme die Kanarischen Inseln. Mit etwa 1.8 Milliarden Tonnen pro Jahr ist laut Deutschem Wetterdienst Winderosion von Mineralstaub die stärkste Aerosolquelle der nördlichen Hemisphäre, fast zwei Drittel davon sei Sand aus der Sahara.

Der gesammelte Staub in Europa zieht nun wohl weiter nordwärts, wird den Himmel über dem Südwesten aber vermutlich noch ein bis zwei Tage unheimlich orange einfärben.