Die eine kommt, die andere geht – die Rede ist von der Erntedankkrone der Landjugenden im Schwarzwald-Baar-Kreis. Sie wird seit 1991 im Eingangsbereich des damals neu eingeweihten Landratsamts Am Hoptbühl aufgehängt und ist ein Bekenntnis zur langen Tradition des Erntedanks. „Es ist ein wichtiger Brauch mit großer Bedeutung“, so Landrat Sven Hinterseh, nachdem er die Krone an den Haken nahm, an dem sie später an die Decke des Foyers gezogen wurde.

„Die Landjugenden sind gerade für den Schwarzwald-Baar prägend“, erklärte Hinterseh. „Sie erhalten große Unterstützung durch die Gemeinden.“ Er bedankte sich bei den Verantwortlichen für ihr Engagement und stellte die Nachwuchsarbeit in den Focus. Für den Landrat ist es neben dem Danke sagen, dass wir etwas zu essen haben, auch wichtig, sich Gedanken zu machen, wo kommen die Lebensmittel her.

In diesem Jahr überbrachte eine Abordnung der Landjugend Mönchweiler die Krone, die aus fünf verschiedenen Getreidesorten gefertigt wurde. Nachdem das Kreiserntedankfest 2020 in Hausen vor Wald Corona bedingt komplett ausfallen musste, feierte der Nachwuchs in Mönchweiler in diesem Jahr zumindest „ein bisschen“. So trafen sich die Vertreter der Landjugendgruppen aus dem Kreis zu einem ökumenischen Gottesdienst. Bei einem Stehempfang brachten auch der Landrat und die Vertreter der Politik ihre Enttäuschung zum Ausdruck.

„Wir haben das Beste daraus gemacht“, so das Vorstandsteam mit Stefanie Jäckle und Johannes Winterhalder. Anstatt einem großen Festumzug gab es eine Video-Challenge, bei der die Landjugenden darstellen mussten, wie sie den Erntedank feiern. Die zum Teil professionell erarbeiteten Filme wurden vom Kreisvorstand bewertet und die Gruppe aus Hochemmingen zum Sieger erklärt.

„Jetzt hoffen wir, dass wir im nächsten Jahr in Bräunlingen wieder voll durchstarten können“, betonte der Vorsitzende der Kreislandjugend, Felix Wentz. Die Abordnung aus Bräunlingen durfte zum Zeichen, dass sie im nächsten Jahr das Kreiserntedankfest durchführen, die abgehängte Erntedankkrone mit nach Hause nehmen. Für das Führungsduo Sabrina Albicker und Jonas Glunk ist das schon etwas ganz besonderes und gleichzeitig eine große Herausforderung.

„Wir sind mitten in der Vorbereitung und haben schon verschieden Themengruppen gebildet“, so die beiden Hauptverantwortlichen. Für Albicker und Glunk steht neben Brauchtum und Tradition vor allem auch der gesellige Teil im Vordergrund. „Endlich mal wieder richtig feiern können, zusammen, das ist der größte Wunsch der jungen Menschen“, so die beiden.