Braun, gelb, blau, grün, grau – Deutschland trennt den Müll wie ein Weltmeister. Ist das wirklich so? Wie sieht das im Vergleich mit anderen europäischen Ländern aus? Wir haben uns die Abfalltrennung in anderen EU-Ländern angesehen.

Die Farben für eine komplexe Mülltrennung sind noch nicht alle verbraucht. Die Deutschen trennen aber jetzt schon Restmüll (Graue Tonne), gebrauchte Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundmaterialen (Gelbe Tonne/Gelber Sack oder Wertstofftonne), Altpapier (Blaue Tonne), Glas nach Farben sortiert (Altglascontainer), organische Abfälle wie Grünschnitt (Biotonne grün oder braun), Batterien, Altkleider und kompostierbare Abfälle. Je nach Region gibt es bei der Mülltrennung auch Unterschiede wie zum Beispiel die Wertstofftonne. Darüber und wie man in Deutschland Abfälle richtig trennt, informiert die Initiative „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme.

Und so ist es in…..

Spanien

Ähnlich ist das System in Spanien. Allerdings setzt man dort stärker auf zentrale Sammelstellen, statt auf Abholung. Entsprechend gering ist die Recyclingquote. Laut taz beträgt sie lediglich 35 Prozent – Tendenz in 2021 sogar sinkend. Nur der Restmüll wird vor die Haustür gestellt und – wie in warmen, südlichen Ländern üblich – täglich abgeholt. Wie in Deutschland können Batterien kostenlos z.B. in dafür vorgesehenen Sammelbehältern in Drogerie- oder Supermärkten zurückgegeben werden. Anders als bei uns, wird Glas jedoch nicht nach Farben sortiert.

Italien

Urlauber, die dort eine Ferienwohnung beziehen, wundern sich oft über die sogenannten Müllkarten. Dort wird über die meist täglichen Abholtermine informiert. Die Italiener trennen Restmüll und Wertstoffe mit einigen regionalen Besonderheiten. Man unterscheidet den Restmüll in „Umido“ (Feuchtmüll), der der deutschen Biotonne ähnelt, aber auch Essensreste enthält, und „Secco“ (trocken), der z.B. aus Porzellan, Glühbirnen oder Wattestäbchen besteht. Die Mülltüten sind meist transparent und werden zur Abholung vor das Haus gestellt. Besonderheiten: Hält man sich nicht an die Regeln bei der Mülltrennung, wird der Abfall nicht mitgenommen und es drohen Strafen.

Österreich

Hier gibt es regionale Unterschiede, die das Trennen nicht einfach machen. Die Österreicher setzen verstärkt auf eine haushaltsnahe Abholung von Großcontainern und Tonnen. Getrennt werden Restmüll (schwarz), Biomüll (braun), Altpapier (rot), Leichtverpackungen aus Kunststoff und Getränkekartons (gelb), Altglas nach weiß und bunt getrennt (grün) und Verpackungen aus Metall (blau). Besonderheit: Das zuständige Ministerium gibt ein Abfall-Trenn-ABC heraus. Darin wird gezeigt, wie richtig recycelt wird und wo es regionale Unterschiede gibt.

Niederlande

In Teilen der Niederlande wird der Abfall wie in Deutschland getrennt und entsorgt – das ist aber nur in wenigen Gemeinden eine Pflicht. Wie soll es auch in Holland anders sein: was bei uns gelb ist, kommt dort in orange daher. In manchen Gebieten stehen Sammelcontainer, in die man seine Müllsäcke jederzeit hineinwerfen kann. Einige Städte haben aus Platzgründen unterirdische Presscontainer. Dort wird das Volumen der Abfallsäcke verringert und anschließend abgeholt. Besonderheit: An den Stränden werden die Abfälle in drei Kategorien eingeteilt: Restmüll, Plastik/Verpackungen und Papier.

Dänemark

Die Mülltrennung hat in Dänemark einen hohen Stellenwert. Ergänzend zu den Hausmülltonnen werden Abfallsammelstellen und Recyclinghöfe angeboten. Zudem können dort Metall, Glas, Plastik und Papier abgegeben werden. Besonderheit: In Kopenhagen prüft Personal an Sammelstationen, ob nicht mehr Benötigtes in die Weiterverwendung gegeben oder gegebenenfalls zum Tausch angeboten werden kann.

Fazit:

Deutschland liegt bei den Recyclingquoten für Siedlungsabfälle statistisch vorne. Die EU hat ihre Mitgliedsländer dazu verpflichtet, bis 2025 mindestens 55 Prozent dieser Abfälle zu recyceln. Bis 2030 sollen es 60 Prozent sein. Hierzulande wurde laut Umweltbundesamt bereits 2019 eine Recyclingquote von rund 68 Prozent erreicht.