Am Montag dieser Woche durften die rund 950 Hühner in den fünf mobilen Ställen auf dem Rosenhof in Bruggen bei Bräunlingen vorerst zu letzten Mal ins Freie. Bei vier toten Schwänen aus einem Gewässer in der Nähe von Donaueschingen wurde die Vogelgrippe nachgewiesen. „Ab Morgen müssen wir die Tiere dann wohl für die nächste Zeit im Wagen lassen – das ist sehr schade“, so Landwirt Reinhold Mosbrugger, der den Hof zusammen mit seinem Sohn Markus und dessen Frau Marina betreibt. Und so kam es dann auch: Das Landratsamt hat die Meldung von Landwirtschaftsminister Peter Hauk aufgegriffen und dem Geflügel in den Gemeinden Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Hüfingen, Tuningen und Villingen-Schwenningen Hausarrest verordnet.

„Das bedeutet die nächsten zwei, drei Wochen Stress für die Hühner, bis sie sich an die Situation gewöhnt haben“, erklärt Markus Mosbrugger. Auswirkungen auf die Qualität der Eier sieht der Junglandwirt nicht – auf jeden Fall nicht kurzfristig. 2019 haben die Mosbruggers, die schon über zehn Jahre Hühner halten, das erste Hühnermobil gekauft. Inzwischen sind fünf Stück auf den Wiesen der großen landwirtschaftlichen Betriebs verteilt, die jede Wochen den Standort wechseln. „Damit die Tiere immer wieder frisches Gras haben.“ Vermarktet werden die Eier über einen Verkaufsautomaten und im eigenen Hofladen, in dem Mama Doris das Sagen hat.

„Wir hatten im letzten Jahr schon einmal die Geflügelpest“, so Reinhold Mosbrugger, der unter anderem auch die Biogasanlage für das Nahwärmenetz des 128 Seelen-Dorfs betreibt. „Zum Glück sind wir bisher verschont geblieben. Jetzt gilt es für alle Geflügelhalter die strengen Vorschriften zum Schutz vor Einschleppung der Geflügelpest von Wildvögeln auf Hausgeflügel einzuhalten. Wie sieht es mit einer Versicherung aus, falls die Hühner doch einmal angesteckt werden? „Die Tiere selbst bekommen wir ersetzt, aber den Ausfall, sprich für die Eier, bekommen wir keinen Cent“, betont Markus Mosbrugger.

Rund 9000 Hühner hält Mathias Friedrich auf dem Breghof, ebenfalls in Bruggen. Er hat seine Tiere schon am Montag nicht mehr raus gelassen. „Ich war irritiert, dass die Pressemitteilung aus Stuttgart und die Verfügung des Landratsamtes nicht gleichzeitig an die Öffentlichkeit kamen“, so der Legehennenhalter. In seinem neuen, großzügigen Stall haben die Tiere genügend Auslauf – und in einem Wintergarten sogar das Gefühl draußen zu sein. „Hier können sie den ganzen Tag scharren und sich beschäftigen.“

Bitte melden!

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Tierseuche, die Hausgeflügelbestände bedroht. Zum Schutz muss Geflügel daher in Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Hüfingen, Tuningen und Villingen-Schwenningen (Gemarkungen Schwenningen, Mühlhausen, Weigheim und Marbach) aufgestallt werden. Biosicherheitsmaßnahmen sind einzuhalten. Neue Geflügelhaltungen müssen beim Veterinäramt dringend registriert werden. Tote Vögel, insbesondere Wasservögel, Rabenkrähen oder Greifvögeln nie anfassen und dem Veterinäramt unter Tel. 07721 913-5071 melden.