Gemeinsamer offener Brief an die Bürgerinnen und Bürger der Region

„Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir befinden uns aktuell in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Diese Welle trifft uns mit größter Wucht. Die Inzidenzen steigen, die Auslastung der Intensivstationen kommt an ihre Grenzen und wir stehen auch in Baden-Württemberg vor einem Kollaps der intensivmedizinischen Versorgung. Die Inzidenzzahlen in Villingen-Schwenningen, den Städten und Kommunen und im ganzen Landkreis sind extrem hoch, die Lage und die Personalbelastung im Schwarzwald-Baar Klinikum sind extrem angespannt. Extrem viele, 129 Corona-Erkrankte, befinden sich aktuell dort (Quelle: Schwarzwald-Baar Klinikum – Stand: 29.11.2021) – so viele wie noch nie seit Pandemiebeginn! Jeden Tag kommen neue Patienten dazu, die Kliniken werden voller und voller. Dadurch fallen reguläre Bettenkapazitäten für andere Menschen weg, das Klinikum muss Behandlungen priorisieren, Operationen und andere wichtige Behandlungen verschieben und Patienten an andere Krankenhäuser verlegen.

Die Lage ist dramatisch und äußerst beunruhigend, doch sie spitzt sich weiter jeden Tag zu. Wir alle müssen etwas dagegen tun!

Rund 210.000 Menschen leben hier im Schwarzwald-Baar Kreis und nur 60,8 % (Quelle: Gesundheitsministerium – Stand: 21.11.2021) von ihnen sind vollständig geimpft. Das sind zu wenige! Wir appellieren deshalb an alle: Lassen Sie sich bitte schnellmöglich impfen – ganz gleich, ob zum ersten, zweiten oder dritten Mal. Wir brauchen Sie alle, um gemeinsam die pandemische Lage zu bekämpfen und für uns alle zu verbessern! Auch die öffentlichen Stellen tun dabei ihr allermöglichstes! In kürzester Zeit ist es gelungen, einen ‚Zentralen Impfstützpunkt im Schwarzwald-Baar-Kreis‘ im Schwarzwald-Baar-Center aufzubauen. Ein weiterer wird zeitnah in Donaueschingen folgen. Mit diesen Einrichtungen soll der steigenden Nachfrage nach Erst-, Zweit- und Booster-Corona-Schutzimpfungen als Ergänzung zu den Hausärzten und öffentlichen Impfterminen im Landkreis Rechnung getragen werden. Schon seit Donnerstag können Sie ohne Termin einfach vorbeikommen – bitte nutzen Sie das Angebot rege!

Außerdem muss für uns alle – egal ob geimpft oder ungeimpft – eine weitere, ganz zentrale Maßnahme im Vordergrund stehen: Die Überprüfung unseres Verhaltens und die Reduzierung von Kontakten. Deshalb bitten wir Sie eindringlich: Reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte auf das Notwendige! Beachten Sie bei notwendigen und verantwortbaren Zusammenkünften und Veranstaltungen die geltenden Regelungen, Abstandsgebote und Hygienekonzepte. Alles was nicht zwingend notwendig ist, sollten wir bleiben lassen. Für den Besuch in Restaurants oder den Einkauf in den Geschäften, wo täglich viele Menschen zusammenkommen, gilt mehr denn je zuvor: Hygiene- und Abstandsregeln, Maskenpflicht und Datenerhebung als Wirt und Händler immer umsetzen und als Gast und Kunde immer beachten.

Es geht nicht mehr um einen ganzen bestimmten Lebensbereich, die Ansteckungen können oft nicht nachvollzogen werden, wir sind alle betroffen. Deswegen müssen wir alle mithelfen!

Geben Sie Acht auf die Älteren und Schwächeren in unserer Gesellschaft, insbesondere beim Umgang in der Familie und in der Nachbarschaft. Bitte denken Sie daran, dass Sie durch eine Impfung sich selbst vor einem schweren Verlauf schützen. Denken Sie bei Ihrem Verhalten auch an die Kinder, sie haben gemeinsam mit den Jugendlichen in den letzten Monaten gewaltige Einschnitte hinnehmen müssen. Helfen Sie uns durch ein verantwortungsvolles Verhalten dabei, die Schulen und Kindergärten offenzuhalten.

Helfen wir uns gegenseitig, geben wir aufeinander Acht, bleiben wir vorsichtig und reduzieren wir unsere Kontakte.“

Sven Hinterseh, Landrat Schwarzwald-Baar-Kreis
Jürgen Roth, Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen

Erik Pauly, Oberbürgermeister von Donaueschingen

Jörg Frey, Kreisverbandsvorsitzende des Gemeindetags im Namen aller Bürgermeister des Schwarzwald-Baar Kreises

Dr. Matthias Geiser, Geschäftsführer Schwarzwald-Baar Klinikum