Rund 20 Kinder mit ihren Müttern trafen sich vergangenen Sonntagnachmittag bei Kaiserwetter auf der Reitanlage am Bauchenberg. Anna-Lena Dold, Jugendwartin des Reit- und Fahrvereins Schwenningen (RFV), organisierte den Nachmittag, der auf einer Idee der Initiativgruppe Ukraine beruhte. Sie hatte Vereine der Region angeschrieben, ob nicht die Möglichkeit bestünde, geflüchteten Kindern ein paar Stunden Unbeschwertheit zu bescheren.

Bild: Roger Müller

Die Sprachbarrieren waren schnell überbrückt, es wurde im wahrsten Sinne des Wortes mit „Händen und Füßen“ kommuniziert, den Rest erledigte Übersetzerin Irina Solowiejko von der Initiativgruppe Ukrainer im Schwarzwald. Die Kinder bis sechs Jahre nahmen das Angebot dankend an. Ob Großpferde oder Ponys, eifrig wurden die Vierbeiner gebürstet, gestriegelt, bzw. die Hufe ausgekratzt. Groß war die Helferschar der Schwenninger Reiter, schließlich ging es darum, ein wachsames Auge auf die Kinder und die Pferde zu haben. „Wenn sich normalerweise 20 Kinder auf der Anlage tummeln, herrscht ein Riesentohuwabohu“, so die Jugendwartin Anna-Lena Dold. „Aber die Kinder zeigten sich unglaublich diszipliniert, und folgten den Anweisungen der Helfer, schließlich wollten wir nicht, das vielleicht ein Kind einen Pferderitt abbekommt, oder Bekanntschaft mit einem Huf auf den Füßen macht“.

Die Kids tobten einen Nachmittag lang einmal wieder völlig unbeschwert und vergaßen für einige Stunden alles das, was sie in den letzten Monaten in ihrer Heimat miterleben mussten. Absoluter Höhepunkt war dann, als die Pferde gesattelt wurden, und die Kinder das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde genossen.

Während Pferde und Helfer bei den doch warmen Temperaturen teils etwas an ihre Grenzen stießen, bekamen die ukrainischen Flüchtlingskinder nicht genug vom Reiten, doch mit Kuchen und Saft konnten auch sie dann an ein schattiges Plätzchen gelockt werden. Dort ließen sie den Nachmittag dann mit ihren Müttern und den Helfern des RFV Schwenningen ausklingen, die Vierbeiner waren zu diesem Zeitpunkt wieder in ihren Boxen und knabberten ebenfalls genüsslich an ihrem Heu.

Große Dankbarkeit zeigten auch die ukrainischen Mütter. „Solche Aktionen sind sehr wichtig für die Kinder“, betont Irina Solowiejko. „Es handelt sich nämlich um noch nicht schulpflichtige Kinder, die aktuell auch keine Kindergartenplätze bekommen, und somit sehr viel zu Hause sind. Und da sie aus dem ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis kommen, sind solche Treffen wie jetzt am Sonntag auch nicht an der Tagesordnung.“