Der „schwimmende Professor“ aus Furtwangen hat sein Ziel fast erreicht. Mitte April hat der Extremschwimmer Andreas Fath, Professor für Chemie an der Hochschule Furtwangen (HFU) begonnen, die Donau von Donaueschingen aus bis zur Mündung am Schwarzen Meer zu durchschwimmen. Er will damit wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wasserqualität sammeln und auf die Verschmutzung von Europas längstem Fluss, insbesondere durch Mikroplastik, aufmerksam machen. Jetzt befindet er sich auf der Zielgeraden der rund 2700 Kilometer langen Reise, die er schwimmend zurückgelegt hat.

2700 km durch 10 Donau-Länder

Für Furtwangens Bürgermeister Josef Herdner, der verbal den Startschuss für das Projekt „Cleardanube“ (saubere Donau) gab, war klar, dass die Auftaktveranstaltung an der „einzig wahren Donauquelle stattfindet“, wie er sagte. Er sei, ebenso wie das den Schwimmer begleitende Forscherteam gespannt auf Ergebnisse, wie sich die Wasserqualität der Donau auf ihrem knapp 2700 Kilometer langen Weg durch zehn Anrainerstaaten bis ins Schwarze Meer verändern wird.

Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Braun, die bei der Auftaktveranstaltung ebenfalls dabei war, bezeichnete das Projekt als wichtige Aktion, „um herauszufinden, wie die Menschen durch ihr Handeln ihre Umwelt beeinflussen.“

Für den Hochschulprofessor und Extremschwimmer Andreas Fath ist das Durchschwimmen der Donau nach dem Rhein 2014 und dem Tennessee-River in den USA 2017 das dritte, größte und gleichzeitig letzte Projekt dieser Art, wie der 57-Jährige verkündete. Zweieinhalb Jahre haben die Vorbereitungen letztlich gedauert. Ein geplanter Start im vergangenen Jahr musste aus Pandemiegründen verschoben werden. Jetzt erschwere der Ukraine-Krieg die Situation. Dennoch habe sich das Team entschlossen, das Projekt jetzt unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu starten, denn; „Der Umweltschutz schläft nie.“

Täglich ist Andreas Fath bis zu acht Stunden im Wasser. Hier schwimmt er im Abendlicht, im Hintergrund ist das Begleitboot, die MS Marbach, zu sehen.
Täglich ist Andreas Fath bis zu acht Stunden im Wasser. Hier schwimmt er im Abendlicht, im Hintergrund ist das Begleitboot, die MS Marbach, zu sehen. Bild: Tim Kiefer

Täglich acht Stunden im Wasser

Wie Fath betonte, stemmt die HFU das Projekt nicht alleine, sondern wird auf wissenschaftlicher Seite von der Universität Wien unterstützt. Mit einem siebenköpfigen Team, das in einem Begleitboot fährt, ist Fath seit 20. April unterwegs. Wie die Pressesprecherin der HFU, Jutta Neumann, erklärte, wird Fath täglich acht Stunden im Wasser sein. Die jeweils zurück gelegte Strecke beträgt bis zu 70 Kilometer und hängt von unterschiedlichen Faktoren wie der Fließgeschwindigkeit des Gewässers sowie von dem entlang der Strecke geplanten und organisierten Begleitprogramm ab.

Denn zwar zieht Fath die Aufmerksamkeit durch die Ankündigung, die Donau zu durschwimmen auf sich. In Workshops und Veranstaltungen will er aber die dort lebenden Menschen auf die Verunreinigung beispielsweise durch Mikroplastik aufmerksam machen. Und gleichzeitig darauf verweisen, dass Mikroplastik kein Abfall ist. Sondern recycelbar und damit wiederverwertbar ist. Über vier Tonnen Plastik gelangen jeden Tag aus der Donau ins Schwarze Meer.

Die Wasserproben, die die wissenschaftlichen Mitarbeiter kontinuierlich anfertigen und auswerten, werden unter anderem auf den Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Ammonium, Nitrit, Phosphor und weiteren Inhaltsstoffen wie Mikroplastik untersucht. „Auch Antibiotika und Röntgenkontrastmittel“, ergänzt Fath der davon ausgeht, „dass solche Rückstände vor allem entlang der großen Städte zu finden sein werden.“

Aktuell (7. Juni) ist Andreas Fath auf Höhe der Stadt Guirgiu, etwa auf Höhe der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Am kommenden Freitag, 17. Juni, wird Fath dann an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer erwartet.