Noch wenige Wettkampftage, dann sind die 24. Olympischen Winterspiele in Peking Geschichte. Da noch die letzten Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze ausstehen, verbietet sich eine komplette Olympia-Bilanz. Aber wir ziehen ein Zwischenfazit, blicken zurück auf das Abschneiden der Schwarzwälder Starter, die ihren Einsatz bereits hinter sich haben. Die Wetterkapriolen in den Retorten-Skizentren von Peking garantierten jedenfalls disziplinübergreifend einige Überraschungen. Und so mussten sich die Athleten aus dem Verbandsgebiet des Skiverbandes Schwarzwald auch schnell von so manchen Medaillenträumen verabschieden.

Freude und Enttäuschung

Snowboard-Crosser Paul Berg (SC Konstanz GER) ist im Achtelfinale ausgeschieden und belegte Rang 18.
Snowboard-Crosser Paul Berg (SC Konstanz GER) ist im Achtelfinale ausgeschieden und belegte Rang 18. Bild: Hahne, Joachim

Das größte Aufgebot stellten aus regionaler Sicht die Snowboard-Crosser. Weder für die lange verletzten Jana Fischer (SC Löffingen) und Paul Berg (SC Konstanz), noch für Youngster Umito Kirchwehm (SC Altglashütten) verliefen die Wettkämpfe wie erhofft.

Jana Fischer (SC Löffingen) ist wieder daheim und startet bald zum neuen Trainingsfokus durch.
Jana Fischer (SC Löffingen) ist wieder daheim und startet bald zum neuen Trainingsfokus durch. Bild: Hahne, Joachim

Mit gemischten Gefühlen blickt Jana Fischer auf den Saisonhöhepunkt zurück. „Ich bin froh, dass ich überhaupt mitfahren durfte. Das Einzel (Platz 27) war ärgerlich, verlief sehr enttäuschend. Wenn ich den blöden Fehler nicht gemacht hätte, wäre weit mehr drin gewesen. Im Team-Rennen (Platz 5) mit Martin (Anm. der Red: Martin Noerl) habe ich das wieder wettgemacht und bin letztlich zufrieden. In diesem Wettkampf konnten wir beide zeigen, dass wir gut Snowboarden können. Wenn wir es beide noch ein bisschen besser gemacht hätten, wäre sogar das große Finale möglich gewesen“.

Schlaf-Rhythmus umstellen

Nach einem abgesagten Flug ist die Snowboard-Crosserin aus Bräunlingen seit dem späten Sonntagabend wieder in ihrer Wahlheimat Fischen im Allgäu zurück. „Ein bisschen Jetlag hatte ich schon, nach einem abgesagten Flug war ich am späten Abend wieder daheim. Seit Dienstag bin ich wieder im normalen Schlaf-Rhythmus“, erzählt die 22-jährige Snowboarderin vom SC Löffingen. Und den lässt sie sich auch durch die noch laufenden Winterspiele nicht unterbrechen. „Natürlich verfolge ich Olympia mit, aber extra früh aufstehen tue ich deshalb nicht, schaue mir dann die Nachberichterstattung an“.

Auch wenn die Olympischen Spiele in Peking etwas Spezielles waren, gibt es Lob für die stets freundlichen Helfer vor Ort. „Im Olympischen Dorf war alles komplett anders als vor vier Jahren in Pyeongchang. Ein bisschen Tischtennis im Keller war möglich. Unter den Masken hat man selbst die anderen deutschen Sportler nicht richtig erkannt“, ergänzt die Junioren-Weltmeisterin von 2019.

Trainingsrückstand

Inzwischen hat Jana Fischer den Fokus wieder auf die nächsten sportlichen Ambitionen gestellt. Nach der Schultereck-Gelenk-Sprengung längst wieder schmerzfrei, „will ich im Training nochmals richtig Gas geben, um den Snowboard-Trainingsrückstand aufzuholen, dann kann ich mit der Saison hoffentlich noch versöhnlich abschließen“. Zunächst steht der Heim-Europacup in Grasgehren auf dem Programm, dann geht es zurück zu den letzten Weltcups.

Teamgefährten

Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland, im Bild) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei.
Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland, im Bild) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei. Bild: Hahne, Joachim

Ihre männlichen Teamgefährten, Paul Berg und Umito Kirchwehm belegten in Peking die Ränge 18 und 14. Auch die Biathleten um den stärksten DSV-Starter Roman Rees (SV Schauinsland) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei. Immerhin.

Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland) und Benedikt Doll (SZ Breitnau, im Bild) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei.
Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland) und Benedikt Doll (SZ Breitnau, im Bild) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei. Bild: Hahne, Joachim

Medaillen für Leyhe und Maier

Skicrosserin Daniela Maier vom SC Urach sicherte sich am Donnerstag in Peking die Bronzemedaille.
Skicrosserin Daniela Maier vom SC Urach sicherte sich am Donnerstag in Peking die Bronzemedaille. Bild: Hahne, Joachim

Immerhin. Der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe (SC Willingen) kehrt mit Bronze im Team-Wettkampf in den Schwarzwald zurück. Gleiches gelang Skicrosserin Daniela Maier. Die 25-Jährige aus Vöhrenbach hatte im Finale am Donnerstag zunächst den vierten Platz belegt, die Jury disqualifizierte nach minutenlangem Videostudium allerdings die drittplatzierte Schweizerin Fanny Smith.

Stephan Leyhe (SC Willingen) kehrt mit Bronze im Team-Wettkampf in den Schwarzwald zurück.
Stephan Leyhe (SC Willingen) kehrt mit Bronze im Team-Wettkampf in den Schwarzwald zurück. Bild: Hahne, Joachim