Wir waren von der riesigen Spendenbereitschaft überwältigt“, so das Helferpaar von der Baar. „Damit haben wir nicht gerechnet.“ Wie kam es dazu? „Den Artikel über uns im STAZ haben viele Freunde, Bekannte und auch fremde Menschen gelesen und uns deswegen angesprochen“, so Wolfgang Knöbel. „Und sie haben uns gefragt, wie man helfen könnte.“ Eindrucksvoll schilderten die Beiden in dem Bericht, wie schlimm es auch nach einem halben Jahr nach der Flutkatastrophe noch aussieht. Und auch, dass sie nach dem ersten Trip mit dem Wohnmobil ins Krisengebiet, das Gefühl hatten, immer wieder dort hin zu müssen – um zu helfen.

Sie erzählten, wie unglaublich die Solidargemeinschaft vor Ort ist und durch alle Schichten der Bevölkerung geht. „Wir haben im Ahrtal ganz viele, ganz tolle Menschen kennengelernt.“ Beeindruckend auch die Aussage: „Wir haben durch die Erfahrungen, die wir gemacht haben, den Glauben an die Menschheit wieder erlangt.“ Für das Rentnerpaar war die Arbeit, spitzen und ganz viel Dreck und Schlamm wegräumen, zwar hart, aber es hat sie total befriedigt und glücklich gemacht – auch wenn am Abend alle Kochen weh taten.

So hat sich die jetzige Aktion relativ schnell entwickelt und Aufrufe über verschiedene Whatsapp-Gruppen beschleunigten die spontane Ahrtal-Hilfe. „Besonders möchten wir uns dabei bei Annemarie Hall aus Aasen bedanken“, erklärt Claudia Zipser. „Durch ihren Aufruf über die Schönstatt-Bewegung für Frauen und Mütter sind sogar Spenden aus Papenburg in Niedersachen und vom Hochrhein eingegangenen.“

Nachdem es immer mehr wurde und die Garage in der Donaueschinger Siedlung langsam aber sicher überquoll, holte Wolfgang Knöbel seinen Sohn Michael mit ins Boot. So stapelten sich letztlich 32 Eimer Wand- und Fassadenfarbe, 29 Gebinde mit Wasser, fast 50 Kartons mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln und nicht zuletzt fünf Kisten mit Baumaterial und Werkzeugen vom Akkuschrauber über den Bosch-Hammer bis hin zur Kettensäge. Und es wurde auch Geld gespendet: Zum Schluss waren es 4000 Euro, die sie dem Helfer-Shuttle überweisen konnten.

Wie bekommt man aber die Sachen jetzt an Ort und Stelle? „Mit dem Wohnmobil hätten wir nicht einmal ein Bruchteil der Spenden mitnehmen können“, so Wolfgang Knöbel. So kamen sie über einen Bekannten an das Autohaus Südstern – Bölle in Donaueschingen, das ihnen einen riesigen Sprinter zur Verfügung stellte und ihn sogar extra beschriftete: „Wir fahren mit Claudia, Wolfgang & Co aus Donaueschingen zur Spendenübergabe ins Ahrtal.“ Einen weiteren Sprinter besorgte Thomas Knöbel beim Autohaus Gohm+Graf Hardenberg in Singen.

Nachdem die Transporter beladen waren, ging es am 12. Februar los. Nach 550 Kilometern kamen die Helfer im Ahrtal an und wurden schon sehnsüchtig erwartet. Mehrere Familien versorgten sie direkt mit Lebensmitteln und Farbe und überreichten ihnen außerdem einen Geldbetrag. Die Freude war riesig – und die Hilfe kam genau dort an, wo sie gebraucht wurde. Das restliche Material übergaben sie dem Tante-Emma-Laden in Dernau, der hilfsbedürftige Familien im gesamten Ahrtal bis in die Eifel versorgt. Spät am Abend kehrten sie nach Donaueschingen zurück – kaputt, aber höchst zufrieden.

„Wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal bei allen Spendern und Sponsoren bedanken“, so Claudia, Wolfgang & Co – und auch das war ihnen sehr wichtig.