In den vergangenen Jahren hat sich Villingen-Schwenningen zu einer kleinen Hochburg des Volleyball-Sports entwickelt. Beim TV Villingen und bei der TG Schwenningen wird in allen Bereichen großartige Arbeit geleistet, die sich zunehmend in den aktiven Mannschaften auszahlt. So gelang der ersten Frauenmannschaft des TV Villingen im vergangenen Jahr die Meisterschaft in der Regionalliga und die Rückkehr in die Dritte Liga. Die TG Schwenningen zog sofort nach. Die erste Männermannschaft setzte sich in der Oberliga Baden-Württemberg durch und spielt nun in der Regionalliga. Zwei Teams und zwei Vereine in den deutschen Top-Ligen in einer Sportart und einer Stadt sind durchaus etwas außergewöhnlich.

Volleyball wird in beiden Stadtteilen schon seit Jahrzehnten betrieben. Villingen spielte sogar schon einmal zwei Jahre in der 2. Bundesliga, als viele auswärtige Spielerinnen verpflichtet wurden. Aus der Talentschmiede der TG Schwenningen entsprangen einst Fabian Kohl und Jochen Schöps, die es sogar bis in die deutsche Nationalmannschaft schafften. Vor einigen Jahren entschlossen sich beide Vereine zu einem kleinen Umbau ihrer Aktivitäten. Der TV Villingen setzt seitdem ganz auf den Frauen- und Mädchenvolleyball, die Neckarstädter auf den Jungs- und Männervolleyball. Diese Umstellung und Kooperation zwischen den beiden Vereinen sich aus.

Lange bestimmten die Villinger Frauen die Schlagzeilen. Als auf die Verpflichtung von ausländischen Spielerinnen verzichtet wurde, bekam der eigene Nachwuchs einen höheren Stellenwert. Viele ehrenamtliche Trainer widmeten sich der Ausbildung. Immer wieder gelang es den Nachwuchsteams des TV Villingen, sich sogar für die deutschen Meisterschaften in verschiedenen Jugendklassen zu qualifizieren. Die Frauen waren über Jahre hinweg fester Bestandteil der Dritten Liga, bevor es nach einigen, meist studienbedingten Abgängen zwischenzeitlich eine Liga nach unten ging, aus der sich das Team nun wieder nach oben gearbeitet hat.

Auch in Schwenningen wird gute Jugendarbeit geleistet. Viele Spieler aus dem aktuellen Team durchliefen die Jugendmannschaften. Möglicherweise werden schon bald Spieler wieder höherklassig aufschlagen. Die Nachwuchsspieler Anton Müller (Jahrgang 2008) und Felix Gudermuth (Jahrgang 2007) wurden für eine Sichtung der Jugendnationalmannschaft nominiert. Aus 60 bundesweiten Kandidaten wird die künftige Jugendnationalmannschaft mit einem Kader von etwas mehr als 20 Spielern gebildet.

Aktuell stehen die Frauen des TV Villingen, die von Sven Johansson und Robert Senk trainiert werden, im Tabellenkeller der Dritten Liga. Der Mannschaft fehlt etwas die Erfahrung und Routine, nachdem Michelle Feuerstein und Nina Schuhmacher (beide schwanger) und Nikola Strack (verletzt) drei ganz wichtige Spielerinnen fehlen und so hauptsächlich Teenager zum Einsatz kommen. „Wir haben schon vor der Saison deutlich gemacht, dass es für uns in der Runde ausschließlich um den Klassenerhalt geht. Mehr ist aktuell nicht möglich“, sagt Johansson. Deutlich besser läuft es für die Männer der Turngemeinde Schwenningen. Sie sind von Null auf Hundert in der neuen Liga gleich wieder auf Platz eins gestürmt. „Wir haben sieben von 20 Spieltagen absolviert. Für uns sind die bisher erreichten 17 Zähler Punkte für den Klassenerhalt“, bleibt TG-Trainer Günter Hones gelassen. Der jüngste Aufschwung ist indes fest mit dem Trainer verbunden, dem es gelungen ist, binnen wenigen Jahren ein schlagkräftiges Team zu formieren, mit dem schon zwei Aufstiege gelangen. Sowohl der TV Villingen als auch die TG Schwenningen wollen sich dauerhaft in den oberen Ligen etablieren. Die jüngsten Erfolge locken inzwischen auch wieder deutlich mehr Zuschauer in die Villinger Hoptbühlhalle, in der beide Teams ihre Heimspiele austragen. Sind es bei den Frauen regelmäßig zwischen 300 und 400 Besucher, so haben auch die Männer längst die dreistellige Marke geknackt. „Es ist für uns schön zu sehen, dass wir mit unserem Sport immer besser angenommen werden“, freut sich Günter Hones. Für die Zukunft verspricht der Volleyballsport in der Doppelstadt einiges.