Am 4. Februar beginnen in Peking die Olympischen Winterspiele. Vom Nationalen Spitzenverband (DOSB) wurden 149 Athleten aus 15 Sportarten nominiert. Mit dabei auch acht Wintersportler aus dem Gebiet des Skiverbandes Schwarzwald (SVS), Einige davon mit guten Medaillenchancen. „Unsere Hoffnung auf Schwarzwälder Olympiastarter ist voll aufgegangen, bis auf den kleinen Wermutstropfen, dass wir durch die Nicht-Nominierung von Manuel Faisst und Fabian Rießle erstmals seit langer Zeit in der Nordischen Kombination nicht vertreten sind“, erklärte Manfred Kuner (Triberg). Disziplinübergreifend räumt der Verbandspräsident den Olympia-Startern aus der Region „Chancen auf fünf bis sechs Medaillen ein“.

Und wer hat die besten Karten auf Olympisches Edelmetall? Eine Kandidatin ist Daniela Maier. Für die 25-jährige Ski-Crosserin ist es der erste Start bei einem Großereignis. Zahlreiche Verletzungen verhinderten in der Vergangenheit immer wieder einen Start bei Weltmeisterschaften oder auch Olympia.

Daniela Maier (SC Urach).
Daniela Maier (SC Urach). Bild: Hahne, Joachim

Eindrucksvoll meldete sich die Furtwangerin, die für den Skiclub Urach startet, im Olympia-Winter zurück. Im kanadischen Nakiska stürmte die symphatische Schwarzwälderin als Dritte auf das Podest – die Olympianorm geschafft. Bei den vorolympischen Wettkämpfen in Peking fuhr auf Daniela Maier auf die Ränge sechs und acht. Ein gutes Omen? „Eine Medaille ist in Reichweite, es braucht aber neben dem Können auch Glück“, so die Einschätzung Vater Thomas Maier. Die Rennen in China werden die Eltern und viele Fans des SC Urach natürlich live vor dem heimischen TV-Gerät mitverfolgen und kräftig die Daumen drücken.

Daniela Maier: „Eine Medaille in Reichweite, das weiß ich nicht. Wie in allen Sportarten muss man erst den Wettkampf bestreiten. Meine Verletzung ist nun ziemlich genau ein Jahr her. Da habe ich am 10. Januar erst einmal auf das tolle Kreuzband angestoßen, es ist fest und stabil, habe keine Sorgen um das Knie, kann meinem Körper voll und ganz vertrauen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich die Nominierung für Olympia geschafft habe und mit nach Peking fliegen darf, freue mich dass ich Deutschland, die Bundespolizei, meinen Verein bei den Olympischen Spielen repräsentieren darf. Wenn ich nur an die an die Olympischen Spiele denke, habe ich eine riesige Vorfreude darauf, fühle mich unheimlich geehrt und freue mich, dass ich mir diesen Traum erfüllen kann.

Und ich glaube, Enttäuschung gibt es bei mir nicht. Für mich ist es schon ein Ziel, dass ich an den Start gehen darf und meine Heats fahre. Jede Runde ist Bonus dazu. Klar würde ich gerne ins Halbfinale kommen. Ich gebe mein Bestes, um immer eine Schippe drauf legen zu können.“

Podestplatz-Chancen

Das größte Kontingent aus dem Verbandsgebiet stellt das Team der Snowboard-Crosser. Für Paul Berg ist es nach Sotchi 2014 die zweite Olympia-Teilnahme. Hier dürfen dem 30-jährigen vom SC Konstanz an einem guten Tag auch reelle Chancen auf einen Podestplatz eingeräumt werden.

Strahlt mit der Sonne um die Wette: Paul Berg (SC Konstanz GER).
Strahlt mit der Sonne um die Wette: Paul Berg (SC Konstanz GER). Bild: Hahne, Joachim

Als Senkrechtstarter schaffte überraschend auch Umito Kirchwehm die Olympianorm durch einen dritten Platz beim Weltcup im Dezember im Montafon. Die Medaillenchancen für den Snowboard-Crosser in Peking sind nicht unbedingt groß, aber für den 21-jährigen vom Skiclub Altglashütten ist jedenfalls der Traum vom Olympischen Gedanken, „dabei sein ist alles“, in Erfüllung gegangen.

Jana Fischer (SC Löffingen GER) freut sich schon auf die Wettkämpfe.
Jana Fischer (SC Löffingen GER) freut sich schon auf die Wettkämpfe. Bild: Hahne, Joachim

Die Diagnose für Jana Fischer an jedem 19. November im Vorjahr war niederschmetternd. Schultereckgelenkssprengung rechts, zwölf Wochen Pause, der Traum von Olympia ade. Aber die 22-jährige Snowboardcross-Athletin hat sich schneller zurückgekämpft, als erwartet. Drei Monate später steht die für den SC Löffingen startende Snowboarderin aus Bräunlingen wieder auf der Piste und hat die Möglichkeit im Einzel- und Teamevent von Peking um Medaillen zu fahren.

Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland) und Benedikt Doll (SZ Breitnau, im Bild) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei.
Die Biathleten Roman Rees (SV Schauinsland) und Benedikt Doll (SZ Breitnau, im Bild) schrammten in der Staffel (4. Platz) und in den Einzelwettkämpfen bis Redaktionsschluss an den Medaillen vorbei. Bild: Hahne, Joachim

Apropos Medaillen: Große Chancen dürfen den Schwarzwälder Biathleten Benedikt Doll (SZ Breitnau) und Roman Rees (SV Schauinsland) eingeräumt werden. Mit einem zweiten Rang beim Sprint von Ruhpolding sowie dem Überraschungs-Coup beim Massenstart-Rennen von Antholz meldete sich der Sprint-Weltmeister von 2017 in Hochfilzen, Benedikt Doll eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. Der Schlüssel für Olympisches Edelmetall liegt beim 31-jährigen zweifelsohne am Schießstand.

Roman Rees (SV Schauinsland)
Roman Rees (SV Schauinsland) Bild: Hahne, Joachim

In der Staffel gilt Doll als gesetzt, gleiches gilt auch für Roman Rees. Läuferisch stark verbessert, überzeugt der 28-jährige mit stoischer Ruhe am Schießstand. Eine Staffel-Medaille, wie zuletzt WM-Silber 2019 in Östersund ist durchaus möglich.

Stephan Leyhe (SC Willingen), hier bei der Medaillenvergabe zum Skispringen Herren NH, ist auch dabei.
Stephan Leyhe (SC Willingen), hier bei der Medaillenvergabe zum Skispringen Herren NH, ist auch dabei. Bild: Hahne, Joachim

Zumindest im Team-Wettkampf gilt Stephan Leyhe als gesetzt und darf sich hier mit dem DSV-Quartett gute Chancen auf olympisches Edelmetall ausrechnen. Leyhe, der seit Jahren in Hinterzarten lebt, aber weiterhin für den SC Willingen startet, stellte seinen Olympiaform zuletzt mit den Rängen acht und zehn beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt unter Beweis.

Jansoch Brugger beim Ski-Langlauf.
Jansoch Brugger beim Ski-Langlauf. Bild: Hahne, Joachim

Vor einer Olympia-Premiere steht Janosch Brugger. Der 24-jährige Junioren-Weltmeister von der WSG Schluchsee hat bei den Einzelrennen eine „Top Ten“-Platzierung im Visier. Diese sollte dann für den Lenzkircher Skating-Spezialisten auch eine Empfehlung für eine Nominierung für die DSV-Staffel über 4 x 10 Kilometer sein.