Es ist eine gute Nachricht: Die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Konstanz weist für das Jahr 2021 in den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz deutlich weniger Unfälle mit verletzten Personen aus als noch im Vorjahr.

Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden sank um 6,8 Prozent von 2.293 im Jahr 2020 auf 2.137 im vergangenen Jahr. Die Zahl der Getöteten ging von 30 auf 28 zurück, die der Schwerverletzten sogar von 555 auf 442 (minus 20,4 Prozent). Bei den Unfällen mit Leichtverletzten registrierten die Verkehrsanalysten ebenfalls eine Abnahme – und zwar um 3,9 Prozent von 2.284 auf 2.194 Unfälle.

Die Grafik zur Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums für 2021: Die Unfälle mit Verletzten gehen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz trotz leicht gestiegenen Unfallzahlen deutlich zurück.
Die Grafik zur Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums für 2021: Die Unfälle mit Verletzten gehen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Konstanz trotz leicht gestiegenen Unfallzahlen deutlich zurück. Bild: Polizeipräsidium Konstanz

Polizeipräsident zuversichtlich

Diese Zahlen liegen damit auch im Trend der landesweiten Entwicklung der Unfallzahlen, die das Innenministerium vor kurzem veröffentlicht hat. Für den Konstanzer Polizeipräsident Hubert Wörner eine durchaus positive Entwicklung in die richtige Richtung. „Für die ‚Vision Zero‘ des Verkehrsministeriums, ein Straßenverkehr ohne Tote und Verletzte, werden wir weiter konsequent in der Verkehrssicherheitsarbeit aktiv sein“, so Wörner, der seit Februar das Amt des hiesigen Polizeipräsidenten übernommen hat.

Nachdem sich im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie-Beschränkungen deutlich weniger Unfälle ereigneten, stieg die Zahl 2021 wieder leicht an. Die Zahl der Motorrad- und Fahrradunfälle ist ebenfalls zurückgegangen. So fiel die Zahl der Radunfälle um knapp 13 Prozent von 922 im Vorjahr auf 803 im Jahr 2021. „Diese Entwicklung ist auf verstärkte Kontrollen, aber auch auf mehr Aufklärungs- und Präventionsarbeit zurückzuführen,“ ist sich Polizeipräsident Hubert Wörner sicher.

Tragischer Unfall

Anders die Zahlen bei den Risikogruppen „Kinder“ und „Junge Erwachsene“: hier wurden leichte Anstiege von 108 auf 115 (plus 6,5 Prozent) bzw. von 1504 auf 1578 (plus 4,9 Prozent) Unfälle registriert. Nur bei den „Senioren“ gab es rückläufige Zahlen, und zwar leicht, um minus 0,8 Prozent.

Leider ereignete sich auch 2021 wieder ein tragischer Unfall, bei dem wie im Vorjahr ein Kind das Leben verlor. „Jeder durch einen Unfall im Straßenverkehr getötete Mensch ist einer zu viel, aber gerade Unfälle mit tödlich verletzten Kindern machen besonders betroffen“, so Hubert Wörner zu den Schattenseiten einer Unfallbilanz.

Gleiches gilt für die Gruppe der „Jungen Fahrer“, die bei 1.578 Unfällen 5 Verkehrstote zu beklagen hatte (im Vorjahr 1 Getöteter bei 1.504 Unfällen).

LKW-Unfälle nehmen zu

Sorgen bereitet den Unfallanalysten auch der Anstieg der Unfallzahlen beim Schwerlastverkehr. Waren 2020 noch 776 Lastwagen an Unfällen beteiligt, so stieg ihre Zahl 2021 um knapp 20 Prozent auf 968. Polizisten stellen bei Kontrollen immer wieder einen hohen Leistungsdruck im Transportgewerbe fest. Aber auch technische Mängel an den Lastwagen und Nachlässigkeiten bei den Fahrern. „Unsere Spezialisten bei der Verkehrspolizei sind täglich unterwegs, um den Schwerverkehr nicht zum Sicherheitsrisiko werden zu lassen“, so der Polizeichef bei der Vorstellung der Unfallstatistik.

Diese Tendenzen lassen sich nicht nur für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz feststellen, sondern spiegeln sich auch weitestgehend in den anderen einzelnen Landkreisen des Zuständigkeitsgebietes wider.

Illegale Rennen bereiten Sorge

Polizeipräsident Wörner: „Die Unfallbilanz ermutigt uns, die Sicherheit im Straßenverkehr auch künftig mit umfassenden Maßnahmen auf hohem Niveau zu gewährleisten und weiter zu verbessern. Problemfelder werden wir erkennen und dagegen steuern. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf der polizeilichen Verkehrsüberwachung und auf der Bekämpfung der Verkehrsunfallursache Nummer 1 bei schweren Unfällen, der Geschwindigkeit, liegen.“

Weiterhin Sorgen bereiten dem Polizeichef illegale Rennen auf Autobahnen und mehrspurig ausgebauten Bundesstraßen. Diese stellen ein immenses Risiko dar, das auch Unbeteiligte besonders in Gefahr bringt.

Schwerpunkte der Verkehrsüberwachung

Zielrichtung im Polizeipräsidiums Konstanz war in 2021: Bekämpfung der schweren Verkehrsunfälle mit Personenschaden Das Polizeipräsidium hat sich auch im zurückliegenden Jahr an den europa-, bundes- und landesweiten Verkehrssicherheitsaktionen im Rahmen der sog. „ROADPOL-Kontrollwochen“ beteiligt. Die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder das Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit ist schließlich zu 25 Prozent die Ursache aller tödlichen Unfälle.

Alkohol und Drogen

Insgesamt wurden 9.358 Verstöße von der Polizei festgestellt, davon musste in 229 Fällen sogar ein Fahrverbot ausgesprochen werden. Das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes sowie die Ablenkung durch Handynutzung bergen ein immer noch von vielen Verkehrsteilnehmern unterschätztes hohes Unfall- und Verletzungsrisiko. Infolge Schwerpunktkontrollen wurden 7.627 Verstöße gegen die Gurtanlegepflicht und 6.489 Handyverstöße angezeigt.

287 Mal verunglückten im vergangenen Jahr Verkehrsteilnehmer unter Alkohol- und Drogeneinfluss im Straßenverkehr, dem standen 890 von der Polizei entdeckte folgenlose Fahrten unter Alkohol bzw. 562 Fahrten unter Drogen gegenüber. Neben strafrechtlichen Konsequenzen waren fahrerlaubnisrechtliche Maßnahmen die Regel. (pol)