Spätestens seit der Spielshow „Ninja Warrior“, die aus Japan stammt und seit 2016 auch in Deutschland ausgestrahlt wird, ist das Bouldern in aller Munde. Frauen und Männer, die ohne Seil und Gurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Wänden herumklettern, dominieren das Geschehen in den vielfältigen Parcours bei Ninja Warrior. Sie begeistern durch Körperbeherrschung, Kraft und Ausdauer. Jetzt macht die Boulderelite aus Deutschland Station im UPJOY im ehemaligen Kienzleareal (Infos: boulder-bundesliga.de). „Das ist das erste Mal, dass Bundesliga-Wettkämpfe an einem Standort so weit im Süden der Republik ausgetragen werden“, freut sich Dirk Bartels, seit 2017 Betreiber der Kletter- und Boulderhalle. Beim Kick-Off am Samstag, 30. Oktober, werden zum 4. Spieltag rund 120 Teilnehmer erwartet. „Um den Athleten etwas zu bieten, haben wir extra eine neue, 30 Meter lange Wand mit verschiedenen Touren und Schwierigkeitsgraden aufgebaut“, erklärt Bartels.

Die Ninja Warrior-Queen

Eine, die hier das Klettern ohne Seil erlernt hat und jetzt im Rampenlicht von Ninja Warrior steht ist Tatjana (Tanja) Holz aus Spaichingen. Bereits zum dritten Mal stellt die in Russland geborene Athletin ihr Talent unter Beweis – auch in der aktuellen sechsten Staffel. Ihr Vorrunden-Auftritt wird am 12. November um 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt.

Mit viereinhalb Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland und ist als aktives Kind schon immer gerne Bäume hochgeklettert oder hat mit den Jungs Streetball und Basketball gespielt. Erst 2016 war Tanja das erste Mal in einer Kletterhalle – und hat sich gleich verletzt. Zwei Jahre später landete sie im UPJOY in Villingen und gewann auf Anhieb einen Fun-Wettbewerb. „Es hat mir auf Anhieb riesig Spaß gemacht.“ Sie intensivierte ihr Training und bestritt erfolgreich mehrere Wettbewerbe. 2018 bewarb sich Tanja bei Ninja Warrior Germany und wurde für die Staffel 4, die 2019 über die Bühne ging, eingeladen. Bei ihrer Premiere kam die Athletin gleich bis ins Halbfinale. Auch in der fünften Staffel kam sie bis ins Halbfinale. Bei Ninja Warrior Germany – Allstars 2020, wo in Doppelparcours die 160 bekanntesten Athleten der regulären Show gegeneinander antraten, war sie sogar im Finale.

„Für Ninja Warrior-Athleten wie Tanja werden wir im UPJOY einen speziellen Parcours mit Stationen aufbauen“, betont Studiochef Dirk Bartels. „Die höchste Himmelsleiter in Deutschland haben wir bereits.“ Jetzt soll der Traum aller Ninja Warrior-Athleten wahr werden: zumindest im Training können sie den „Mount Midoriyama“ bezwingen, der im Fernsehfinale die entscheidende Rolle spielt.

Der Bouldernde Golflehrer

Golflehrer Dominik Weißer aus Villingen hat das Bouldern vor zwei Jahren für sich entdeckt, nachdem er für seine Freunde einen Schnupperkurs organisiert hatte. Dabei kämpfte der „durch und durch“ Sportler eigentlich mehr mit seiner Höhenangst, als mit dem Parcours.

Hat seit zwei Jahren Spaß am Bouldern: Golflehrer Dominik Weißer.
Hat seit zwei Jahren Spaß am Bouldern: Golflehrer Dominik Weißer. Bild: UPJOY

„Es hat extrem viel Spaß gemacht“, so der 31-Jährige, der anderen das technisch anspruchsvolle Golfspiel beibringt und eine Verbindung zwischen den zwei Sportarten sieht: Stabilität und Gleichgewicht. „Bouldern ist sehr vielfältig und es reicht nicht aus, nur eine Stärke zu haben“, betont Weißer. „Seit ich vier bis fünf mal in der Woche bouldere, bin ich fit wie noch nie.“ Es werden viele Muskelgruppen beansprucht. „Und alle Altersgruppen und Leistungsstärken können zusammen Spaß haben.“

Tim Rothbauer bestimmt die Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die die Gäste im UPJOY und jetzt auch die Bundesliga-Boulderer in Angriff nehmen können.
Tim Rothbauer bestimmt die Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die die Gäste im UPJOY und jetzt auch die Bundesliga-Boulderer in Angriff nehmen können. Bild: UPJOY